Der 1961 in Plovdiv, Bulgarien, geborene Iliya Zhelev zählt zur ersten Garde zeitgenössischer Künstler in Europa. Nach dem Abschluss des Kunstgymnasiums studierte Zhelev bis 1987 Malerei an der Universität Veliko Tarnovo. Seit 1994 ist er als freischaffender Künstler tätig. Inspiriert wurde Zhelev von Meistern wie Klee, Kandinsky und Poliakoff. Was die Farbintensität angeht, erweist er sich als Bewunderer Marc Chagalls. Wie dieser ist auch Zhelev ein liebenswerter Erzähler in der Welt der Phantasie und Träume. Seine Werke werden in zahlreichen Galerien und Sammlungen gezeigt.

Iliya Zhelev ist ein Künstler, dessen Wurzeln fest in der bulgarischen Volkskunst verankert sind.
Er bedient sich einer Symbolsprache, die dem Betrachter auf Anhieb vertraut ist. Selbst wenn man zum ersten Mal seine Arbeiten sieht, ist das „Nicht-Fremde“ sofort auffallend einleuchtend, obwohl er aus einem uns fremden Kulturkreis kommt. Gerne lässt man sich auf diese fantasievolle, märchenhafte „Bild-Sprache“ ein. Seine Arbeiten werden gegliedert von unzähligen geometrischen Farbfeldern, die durch feinste kleine Zeichnungen und Symbole zum Leben erweckt werden. Aus einer verblüffenden Welt des Malmaterials, das an die bulgarischen Textilweber erinnert, erarbeitet er seine heiter-dekorativen Schemata: eine Welt der Farben und ausdrucksstarken Strukturen. Je nachdem, ob die Farbfelder in verwandten Tönen nebeneinander stehen oder in harten Gegensätzen konkurrieren, entsteht entweder eine sanfte Harmonie oder einen spannungsgeladener Dialog. Eine Komposition z.B. in differenzierten Blaunuancen hat eine Geschlossenheit und in sich gekehrte Ruhe, die man dieser lebhaften und bewegten Aufteilung nicht zugetraut hätte. Hier wirken die naiv-verspielten Zeichnungen wie Wesen aus einer mystischen Welt. Im Gegensatz hierzu vermittelt ein ähnlicher Bildaufbau in leuchtendem Rot, von einem spannungsreichen Gelb unterbrochen, um wieder von einem darauf folgenden Blau beruhigt zu werden eine ausgelassene Kraft, in der sich die liebevoll verteilten Symbole wie Zeugen einer nicht zu bändigenden Lebensfreude ausnehmen. Zvelev selbst äußert sich zu seiner Malerei folgendermaßen: „Das wichtigste Anliegen in meiner Malerei ist mir die Vervielfältigung der zugrunde liegenden Uridee. Ich möchte nicht, dass das Geheimnis der Bilder auf einen Blick zu erforschen ist. Ich meine, dass der Prozess des Einsehens in die Botschaft der Bilder der wesentlichste Vorgang in der Auseinandersetzung mit der Kunst ist. Jedes Lesen der einzelnen Bildelemente muss etwas Neues und bisher Unentdecktes bringen. Entsprechend des persönlichen Verständnisses und der momentanen Stimmung wird mein eigentliches Anliegen begreifbar.“
Der Schlüssel zu seinen Werken liegen im Spirituell-Emotionalen. Seine Malweise ist dem Traditionellen verhaftet, d. h., er verwendet die klassische Lasurtechnik, in der Schicht über Schicht gelegt wird und lange Trocknungsprozesse beinhaltet. Mitunter setzt er 15 bis 20 Farblasuren übereinander, bis er mit dem Ergebnis zufrieden ist. Auf diese Weise erhalten seine Arbeiten eine aktive Farbigkeit, in der die Leuchtkraft sozusagen vom Bildgrund aufsteigt.