„Sottae“ ist eine hohe Stange, die am Rande eines Dorfes aufgestellt ist und auf deren Spitze Vögel sitzen. Die Menschen glaubten, dass diese Vögel ihre größten Wünsche zum Himmel übermitteln konnten.
„Hanul“ hat eine doppelte Bedeutung:
der Himmel und das Paradies. Deshalb bedeutet „Sottaehanul“ der Himmel, auf den die Stangen gerichtet sind, und das Paradies, das wir alle erreichen wollen. Die Mongolen (und auch die Koreaner) haben diese Stangen immer dann betrachtet, wenn sie glücklich oder traurig waren.
Wir möchten die Erfurcht und den Respekt für den Himmel wieder beleben – deshalb haben wir das Museum „Sottaehanul“ genannt. Der größte Teil unserer Sammlung besteht nicht aus vornehmen und eleganten Dingen, sondern aus naiven, einfachen und abgenutzten Sachen, die früher den unteren sozialen Schichten gehörten.
Heutzutage werden diese traditionellen Gegenstände viel zu wenig beachtet; sie verschwinden schnell von der Bildfläche. Aber wir glauben, dass wir die Seele der normalen Koreaner am besten anhand dieser einfachen alten Gegenstände verstehen können.
Die Ausstellung wird in Daegu (Großstadt im Südosten Koreas) eröffnet. Profite aus dem Verkauf unserer Produkte werden reinvestiert. Obwohl aller Anfang schwer ist, glauben wir, dass das Sottaehanul Museum einer der Plätze auf dieser Welt ist, deren Besuch Sie nicht bereuen werden.

Hanji, das koreanische Papier
Das koreanische Papier Hanji ist so widerstandsfähig, dass es sich über Hunderte von Jahren hält. Wir wissen jedoch nicht genau, wann es erfunden wurde. Tatsache ist, dass das älteste Buch (Holzschnitt) im Jahr 751 vor Christus auf Hanji gedruckt wurde.
Hanji, das den Ruf des besten Papiers der Welt hatte, wurde von der chinesischen Kaiserfamilie importiert. Viele chinesische Kaiser benutzten Hanji zum Zeichnen oder zur Kalligraphie. Durch Hanji wurde in Korea das Drucken entwickelt und viele Bücher wurden veröffentlicht. „The Buddhist Scripture of Jikji“, das 1377 auf Hanji gedruckt wurde, ist in der französischen Nationalbibliothek in Paris ausgestelllt.
Hanji hat das tägliche Leben in Korea stark beeinflusst: Transportverpackungen, Aufbewahrungsschachteln, Taschen, Hüte und auch Waffen wurden aus Hanji Hergestellt.

Die traditionelle Herstellung von Hanji
Früher sagte man, dass Hanji das „Papier der einhundert Berührungen“ ist. Einhundert Handgriffe wurden benötigt, um Hanoi herzustellen – viel Zeit und Arbeit.
Die Zweige des Maulbeerstrauches wurden gekocht. Die Rinde wurde geschält, getrocknet und dann eingeweicht, um die äußere schwarze von der inneren weißen Rinde zu trennen. Die weiße Rinde wurde ausgespült, in einer Speziallauge (natürliche Bestandteile) gekocht und wieder lange in kaltem Wasser gelagert. Nach dem Bleichen in der Sonne wurde sie mit einem Stock auf einem flachen Stein geschlagen. Die Rinde war jetzt wie faserige Baumwolle.
In einer Tonne wurde das faserige Material mit Wasser zu einem Faserbrei verrührt. Dieser Faserbrei wurde über ein Bambussieb gegossen, so dass einzelne Blätter entstanden, die anschließend gestapelt wurden. Das Wasser wurde entfernt und die Blätter wurden einzeln in der Sonne oder auf einer heißen Eisenplatte getrocknet.

Wie entsteht ein Hanji Holzdruck?
Die Figur wird in ein Holzbrett geschnitzt. Die ausgeschnitzte Rille wird dann mit dem Hanji Faserbrei gefüllt. Es wird drei Tage lang getrocknet und dann vom Holzbrett entfernt.
Früher haben die Koreaner die Sonne verehrt. Des Weiteren hatten sie eine besondere Zuneigung für die Farbe weiß. Dieser weiße Holzdruck reflektiert die koreanische Mentalität.

Was ist ein Bojagi?
Für das koreanische Wort „Bojagi“ gibt es keine eindeutige Bezeichnung in anderen Sprachen, da es in anderen Kulturen nicht existiert. Der Bojagi ist ein quadratisches Tuch, mit dem früher die Dinge des täglichen Lebens verpackt wurden. Verschlossen wurde das Tuch einfach, indem man die vier Ecken miteinander verband. Damals wurden die Tücher in traditioneller Handarbeit aus Stoffresten hergestellt, die zu individuellen Mustern verarbeitet wurden. Funktionell kann der Bojagi also mit einem Koffer verglichen werden. Jedoch: Während ein Koffer immer ein Koffer bleiben wird, verändert der Bojagi seine Form durch seinen Inhalt.
In neuerer Zeit haben Künstler – viele von ihnen Mönche – die Tradition aufgegriffen und Bojagis aus hochwertigen Materialien, wie verschiedenen Seidenstoffen, als moderne Kunstwerke angefertigt.

Die Geschichte der Hanji Bojagi
Eun-mi Kim interessierte sich für Kalligraphie und Malerei; sie hat jedoch nie die Kunst der Bojagi-Herstellung praktiziert. Ihre Arbeit mit Hanji Bojagi begann sie auf Anregung von Fr. Ramaker (HANGUK), die fasziniert war von der Schönheit der traditionellen Seiden-Bohagis und Sottae gebeten hatte, Bojagis aus dem traditionellen koreanischen Hanji Papier zu entwerfen. Sottae sprach mit zahlreichen Hanji Künstlern, aber keiner hatte jemals zuvor Papiertücher hergestellt. Es war schwierig, Künstler zu finden, die sowohl Erfahrung mit Hanji Papier als auch mit Stoff-Bojagis hatten.
Daraufhin bot Eun-mi Kim ihre Dienste an und begann mit der Kreation von Bojagis aus Hanji Papier. Der erste Hanji Bojagi wurde im Januar 2002 fertig gestellt – nach aufwendigen Versuchen mit verschiedenen Papierqualitäten und Techniken.

Was ist ein Takbon?
Takbon beschreibt eine spezielle koreanische Methode zur Herstellung von Bildern. Dabei wird zuerst das jeweilige Motiv in eine Holzplatte geschnitzt. Anschließend reibt man feuchtes Hanji-Papier mit einem Pinsel so lange auf das Motiv, bis dieses auf dem Papier erscheint. Anschließend wird das Motiv mit einem Farbgetränkten Baumwollknäuel koloriert. Takbon kombiniert die Kunst der traditionellen Hanji-
Papierproduktion mit der des Schnitzens und Druckens.