Oscar Droege hat von 1898 bis 1983 gelebt. Er bekam schon als Kind Mal- und Zeichenunterricht und studierte an den Kunstakademien in Darmstadt, Düsseldorf
und Hamburg. Abgesehen von den zwei großen Kriegen, die er als Soldat erlebte, hat er konsequent von und für seine Kunst gelebt – allerdings abseits von den Zeitströmungen und in bewusster Distanz zu Kunstbetrieb und Kunstmarkt. Oscar Dröge hat gezeichnet und in Öl gemalt, und ab 1922, durch Anregung Professor von Kalkreuths, den Holzschnitt als seine bevorzugte Technik entwickelt. Die hohe Qualität seiner Arbeit brachte ihm eine große Anerkennung und seinem Werk eine europaweite Verbreitung.

Vor 1933 und ab 1950 bereiste er ganz Europa mit dem Fahrrad – wie er selbst sagt: zwischen Lissabon, Rom, Wien und Bergen. Obwohl er von überall Skizzen mitbrachte, entstammen die meisten seiner ausgearbeiteten Motive seiner heimischen norddeutschen Küsten- und Seenlandschaft, denen seine Technik eine eigentümliche japanisierende Stimmung verleiht.

Er zieht das etwas dunstige Zwielicht und den Ausschnitt der offenen Landschaft mit klaren Volumen und Farben vor; trotz einer manchmal gewagten Farbigkeit und einer dramatischen Bewegung in den Linien wirken die Ansichten verhalten und distanziert.
Die gegenüber den Vorlagen teilweise deutlich vergrößerten Leinwand-Drucke lösen den stillebenartigen Charakter der Holzschnitte auf und lassen die den Bildern innewohnende Kraft deutlich hervortreten.